Januar 30

Ernährung ist eine vollends persönliche Geschichte

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Jetzt im Frühling sehe ich wieder an jeder Ecke ein neues Angebot zur Gewichtsreduzierung, Optimierung etc. Und nein, keines dieser Programme wirkt auf Dauer. Alle wirklich alle, wenn du sie zu 100% durchziehst bringen dich voran, aber sobald du es schweifen lässt kommen deine Kilos zu dir zurück.

Warum ist das so?

Warum fällst du in alte Muster zurück?

Nun ja, also vorerst musst du verstehen, dass du das Muster nicht aufgelöst hast, du hast es nur kurzzeitig mal verlassen und es reicht ein kleiner schwacher Moment und du bist wieder darin gefesselt.

Und dann geht die Selbstsabotage weiter.

Ich möchte dir mal anhand meines Musters ein Beispiel geben:

Ich war schon als junges Mädchen nach der Schule oft alleine zu Hause, mein Mittagessen war oft von meiner lieben Mama vorbereitet, ich war aber auch mehrmals die Woche bei unseren Frittenbude dem "Jägerstübchen". Dort wurde ich immer herzlich begrüßt, hielt immer mal ein Schwätzchen mit den Inhabern und saß dann mit meiner Pommes Jägersoße oder Remoulade - Ketchup, Schnitzel, Currywurst, Hamburger (aus der Mikrowelle), Bamischeibe und was die Fritteuse sonst noch hergab, zu Hause auf dem Sofa vorm Fernseher.

Jetzt hatte ich meinen inneren Frieden und war dazu auch noch satt und beschäftigt durch die Glotze. Dort liefen Talkshows in denen es um die wirklich wichtigen Dinge im Leben ging und ich war dabei.

Was hat mein Unterbewusstsein nun gelernt:

Pommes bringen mir inneren Frieden, während ich auf sie warte interessiert sich jemand für mich und wenn ich sie esse, chill ich mein Leben und die Welt da draußen kann mich mal, yeah - ich und Pommes, wir sind ein Team - ich liebe Pommes.

Später gab es dann an glücklichen Sommertagen im Freibad Pommes, während der schönsten Urlaube am Strand usw.

Und ich erinnerte mich, dass ich nach der Wiedervereinigung noch im Osten meine erste Pommes an einem Stand mit meiner Mama gegessen habe.

Ich habe wirklich unglaublich schöne Erinnerungen an Pommes, dachte ich.

Es hat 25 Jahre gedauert das System in mir zu durchschauen und es reichte die Frage meines Mannes:

Du liebst doch die Kinder, oder? Aber du sagst auch, dass du Pommes liebst...

Ja, krasser Scheiß, dachte ich da. Wann hab ich mich eigentlich in Pommes verliebt?

Und dann rollte ich das ganze Pommessystem in mir mal auf und ich erkannte, dass ich Pommes mit sehr sehr schönen Gefühlen verband.

Die erste Pommes aß ich mit meiner Mama, da war ich 7 oder 8 Jahre alt. Es schmeckte nach Freiheit, nach Neuanfang, nach Zusammenhalt.

Später dann schenkten mir die Besitzer des Jägerstübchen Aufmerksamkeit die ich zu Hause nicht bekam, meine Eltern arbeiteten und Geschwister habe ich keine.

Dann dieser Frieden mit der Pommes auf dem Sofa, nach einem Schultag der die Hölle war. Manchmal bin ich als Gewinnerin nach Hause gefahren, manchmal als Verliererin, scheiße gefühlt hab ich mich immer. Aber im TV lief die gleiche Rotze, von daher musste es wohl normal sein.

Ganz schön viele gute Gefühle die ich mit einer einfachen Pommes so verband. Zudem ist sie superschnell an fast jeder Ecke zu bekommen, wenn ich mich also schlecht fühlte, war die Lösung nie weit.

Meine letzte Pommes aß ich vor ein paar Wochen an meinem Lieblingsstand und sie schmeckte mir nicht mehr. Ich habe also die Beziehung zu Pommes beendet - nein nicht ganz, es gibt da noch eine Burgerkette P.P., da probiere ich noch mal eine. Aber mal ehrlich die Kalorien von schlechten Pommes, Pommes die dir nicht schmecken, kann man sich echt schenken, oder?

Aber da war ja auch noch das "Nudelsystem". Was war das früher herrlich, wenn meine Mama mittags zu Hause war, es nach warmen Nudeln roch und wir die gemeinsam aßen und uns gegenseitig war erzählten. Ja, Nudeln verschönern mir auch heute noch die dunkelsten Zeiten.

Als ich so völlig frustriert von meinem Halbmarathon kam aß ich mit Tränen in den Augen erstmal 2 Teller Nudeln, die mich dann aber auch nicht glücklich machten (waren glutenfreie und die sind einfach nicht so tröstend wie du guten Weizenteile). Die einen zerstören langfristig meinen Darm, die anderen sind nicht geil, also konnten Nudeln auch weg.

Dann war da noch das "BunteTüteSystem". Freiheit pur Leute. Wenn du dir als Kind von deinem Taschengeld im Kiosk um die Ecke (die gab es früher wirklich an jeder Ecke, das war ne gute Zeit) eine Tüte für ne Mark zusammen gesucht hast, danach aufm Spielplatz saßt und das weg gefuttert hast, da hast du dich gefühlt, als wenn die Welt dir gehört. So fuhren mein Mann und ich die ersten Jahre immer mit bunter Tüte im Auto in den Urlaub und freuten uns über soooo viel Freiheit.

Irgendwann wurde uns dann nur noch schlecht davon und wir konnten das System bunte Tüte hinter uns lassen.

Wir hatten ja schließlich noch das "Käsebrotsystem", oh man. Ja, wir beide hatten in unserer Kindheit eine Leidenschaft für frisches Brot belegt mit Käse und das isst sich auch super gut im Auto während der Fahrt. Ja nun jetzt wo wir keine Milchprodukte mehr essen und veganer Käse einfach nicht schmeckt ist auch das gute alte Käsebrot Vergangenheit.

Wie ihr seht möchte ich darauf hinaus, dass wir alle emotionale Verbindungen zu bestimmten Lebensmitteln und Genussmitteln haben - positiv wie auch negativ.

Wir essen aus fehlender Zuneigung, fehlende Aufmerksamkeit, Frust, Langeweile, Wut, Leid und viel zu selten aus Hunger und tatsächlichem Genuss am Essen.

Wir haben einige unserer antrainierten Seelentröster abgelegt, dafür bedurfte es aber auch jede Menge Persönlichkeitsarbeit.

Ja viele haben sich antrainiert ihr Essen zu kontrollieren, kontrollieren in Wahrheit doch aber viel mehr ihre unterdrückten Gefühle. So erlangen viele erst die gewollte Aufmerksamkeit, wenn man ihnen ihre Essstörung schon ansieht.

Andere haben sich beigebracht ihr Essverhalten überhaupt nicht zu kontrollieren, was in Wahrheit auch nur Kontrolle ist "Ich esse was und wann ich will", sie haben die Kontrolle über die Mengen ihres Essens. Und auch sie unterdrücken damit nur Gefühle.

Und die lassen sich nicht ewig in Schach halten. Entweder explodieren sie in super ungünstigen Momenten bei Personen, die dir wichtig sind oder sie explodieren im Körper in Form von Krankheiten.

Uns stehen hier in der westlichen Welt alle Nahrungsmittel der Welt zur Verfügung, wir können alles einfach problemlos kaufen. Uns fehlt aber ein gesunder Umgang mit den Nahrungsmitteln.

Und deswegen haben Erfinder von Diätprogrammen immer mehr die Taschen voll Geld, denn alle Diätprogramme sind darauf ausgelegt, dass du sie wiederholen musst. Das ist reine Psychologie.

Wenn wir unsere Muster verstehen und auflösen, weniger essen, als wir verbrauchen, uns gesund ernähren und bewegen und damit glücklich sind, dann brauchen wir keinerlei Diäten mehr.

Sei es dir wert.

Finde für dich deinen Weg zu einer gesunden Ernährung und einem glücklichen Leben.

Und gönne dir auch mal eine Zeit ohne zu essen, eine Fastenzeit ist für den Organismus einfach Gold wert und es ist der perfekte Zeitpunkt um anschließend deine Ernährung wirklich langfristig umzustellen, ohne wieder in die emotionalen Fallen zu tappen.

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Ich wünsche dir eine spannende Reise.


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